24.07.2012: BA von seiner unschoenen Seite
24 07 2012So kann man den heutigen Tag beschreiben, in dem ich neben dem Grab von Evita nichts anderes gesehen habe, als Banken und Wechselstuben. Aus irgendeinem nicht bekannten Grund funktioniert meine Karte hier nicht und so komme ich an kein Geld. In kuerzester Zeit erfaehrt man dann auch die Schattenseiten dieser Metropole. Ohne Geld bist du einen Scheiss wert und das wird einem auch klipp und klar kommuniziert. Keine Bank wollte helfen, aus Hotels wurde ich freundlich herausbegleitet, in Wechselstuben wollte man nix von meiner Karte wissen und Hilfe? Fehlanzeige! Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich ausgerechnet in einer Wechselstube eine Deutsche getroffen habe, Sylvia, die mir zumindest mit ein paar Pesos erst einmal aus der Misere geholfen hat, so dass ich mir etwas zum essen kaufen konnte. Die Dreistigkeit ist vor allem, dass es ja in suedamerikanischen Laendern normal ist, dass mal eine Karte nicht geht. Dann geht man in eine Bank, zeigt seine Visa und der Rest ist Formsache. Das ging sogar in Bolivien. Doch hier geht das natuerlich alles nicht und nach einigen Protesten wurde mir dann sogar zweimal gesagt, dass es schon ginge, aber nicht fuer Auslaender!! Koennt ihr euch das vorstellen? In einer 13 Millionen Stadt dieses Ausmass an Diskriminierung – unglaublich! Und fuer meine Verhaeltnisse echt beschaemend. Nun ja, wie auch immer. Es wird eine Loesung geben – auch mit meiner Gastfamilie hoffe ich, denn ich muss morgen frueh hier weg und kann mein Zimmer nicht bezahlen. Also bin ich auf Vertrauen und good-will angewiesen. Schon bekloppt, dass man darum betteln muss, sein sauer verdientes Geld in Empfang nehmen zu duerfen. Ich habe echt so die Schnauze voll von diesem monetaeren System, was ja sooooo toll sein soll. Am Ende erzeugt es echt nur Misstrauen, Neid, Ungleichheit und ne Menge Probleme. Ich bin immer noch beeindruckt, dass ausgerechnet die Menschen, die nahezu nichts hatten, auf meiner Reise die waren, die am ehesten aus dem Herzen sprachen. Mir gibt das zuminest immer noch zu denken. Wie auch immer: Nun heisst es also, Western Union zu organisieren und sonst das Konsulat anzurufen. Wirklich beschaemend fuer diese Stadt!
Somit war der heutige Tag eher durchwachsen – BA ist nach wie vor ne coole Stadt und dennoch bin ich nach 3 Tagen froh, aus dem Millionen-Chaos rauszukommen und nach Montevideo zu fahren. Ein wenig Abstand zur Stadt tut bestimmt gut. Auch wenn es (nur) fuer eine Nacht ist.
Lieber Ulf, ich hoffe sehr (!), dass Deine Schwierigkeiten sich gut gelöst haben und Du die letzten Stunden Deiner Reise genießen kannst! Liebe Grüße, Sigrid
Liebe Sigrid,
Ja, wie immer hat sich eine Lösung gefunden 🙂 alles Liebe. Ulf